Schüttorf Philatelie

Schüttorf

Verortung einer Siedlung

Der Mensch will auch Unterhaltung in seiner Kultur. Deshalb gründeten die Leute von Samern den Marktort Schüttorf, der bereits 1295 Stadtrechte bekam. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sorgten hier kaum mehr als 1000 Leute dafür, dat wi altied wat te kür’n hebt.

Samern

Aus dem Vokabular des Plattdeutschen lässt sich unschwer heraushören, dass die heutige Verortung als “eine Stadt im Landkreis Grafschaft Bentheim im äußersten Südwesten Niedersachsen” (Wikipedia) keinesfalls selbstverständlich ist. Der Unterricht in der 1778 gegründeten Sameraner Schule erfolgte lang in deutscher und holländischer Sprache (Hagerott, 1987, S. 87). Die Schulaufsicht oblag in vordemokratischen Zeiten freilich dem Pastor der evangelisch-reformierten Kirche in Schüttorf - und diese religiösen Bande reichten nach Utrecht, und nicht in die katholischen Münster und Osnabrück.

Diese konfessionelle Eigenheit - calvinistisch reformiert - verursacht, dass sich die Grafschaft auf Landkarten bis ins 16. Jahrhundert zurück leicht identifizieren lässt: nämlich als Enklave zwischen katholischem Münsterland im Süden, dem katholischen Emsland im Osten, und den Niederlanden im Westen und Norden.

Seit 1588 reformiert zu sein, stiftet auch die Ursache für die zweite Verknüpfung auf diesen Seiten: denn nur so lässt sich der Pfad der Pretorius von Schüttorf ins Transvaal erklären - das Migrationsgebiet tausender niederländischer und deutscher Boeren nach 1652.